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Kein Interesse an Kinderpsychiatrie?Evaluation eines Praktikums an einer Versorgungsklinik

Sitzung
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Freitag, 23. November 2007, 13:30 - 15:00, Halle 17
Autor
Jürgen Junglas
Rheinische Kliniken
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Co-Autor(en)
Jürgen Junglas

Abstract

Einleitung
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie klagt besonders über fehlenden Nachwuchs für ihr sehr nachgefragtes Fach. Dies liegt u.a. auch daran, dass nicht alle medizinischen Fakultäten über ein entsprechendes klinisches Angebot verfügen, so dass Arbeitsgebiet und Methodik des komplexen Faches vielen Studierenden fremd bleibt.
Methode
Im Rahmen des psychiatrischen Praktikums der Universität Bonn wird als Baustein ein viertägiges Praktikum in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie der Rheinischen Kliniken Bonn angeboten. Neben einem Skript erhalten die Studierenden nach einem strukturierten Plan Gelegenheit, ausgesuchte Patienten in Ruhe zu untersuchen und anschließend mit einem Facharzt zu besprechen.
Eingebaut war ein gemeinsames Seminar mit Psychologiestudenten in dem Patienten vorgestellt wurden.
Im Rahmen des Querschnittsangebots erhalten Sie außerdem eine Vorlesung mit anschließendem Seminar zum Thema Psychomotorische Entwicklungsstörungen.
Am Ende des viertägigen Praktikums füllen sie einen anonymen Evaluationsbogen aus.

Diskussion/Ergebnisse
Zu mehr als 90 % wurden folgende Aspekte von den Studierenden mit „gut“ bis „sehr gut“ bewertet: 1. Einführung in das Praktikum, 2. Fachliche Kompetenz des Dozenten, 3. Motivation und Vorbereitung des Dozenten, 4. Möglichkeit Fragen zu stellen, 5. Möglichkeit, Patienten unter Anleitung zu untersuchen, 6. Möglichkeit, Patienten umfassend zu besprechen, 7. Anleitung durch den Dozenten, 8. Lern- und Arbeitsatmosphäre.
Sie wünschten sich mehr Anregungen zu vertiefendem Studium.
36 % fühlten sich in der Begegnung mit den Patienten etwas überfordert, 100 % waren der Meinung, einen guten Überblick über das Fach erhalten zu haben, 64 % fühlten sich gut auf eine spätere Tätigkeit vorbereitet. 45 % werden eher nicht das Fach einschlagen, 27 % eher doch. 90 % wollen das Praktikum weiter empfehlen.

Als Wünsche wurden das Kennen lernen der Meinungen anderer Berufsgruppen (Psychologen, Ergotherapeuten) und die Anwesenheit bei einem Gespräch eines Arztes mit einem Patienten genannt.